Der Spiegel

Schonmal deprimiert vorm Spiegel gestanden, mit dem Wissen, dass Vieles, das man getan hat, schlecht für einen war?

Der Spiegel

Allein zu Haus ist Emmerich
des Abends und entkleidet sich. 
Gänzlich nackig schaut er dann
den Emmerich im Spiegel an. 

Und was er da so vor sich sieht,
entspringt nicht einem Heldenlied.
Nicht sehr groß und ganz schön dick,
na ja, das Haar ist ziemlich schick. 

Der letzte Sportversuch (ein Lauf)
fällt hier im Spiegel gar nicht auf.
Den Pizza- und den Weinverzehr
sieht man dafür umso mehr.

Ach Emmerich, du alter Mann,
was hast du dir nur angetan?
Zuviel getrunken und gegessen,
dabei hast du dich selbst vergessen.

Du hast des Nachts allein gefeiert
und jetzt bist du ausgeleiert.
Bei der Diät bist du gescheitert,
stattdessen hast du dich verbreitert.

Und nun, vor diesem Spiegel eben
bist du Willens, aufzugeben.
Lies die Moral von der Geschicht,
denn sie beendet das Gedicht:

Jedes Ticken in der Zeit
hält einen Neuanfang bereit.
Und Selbstmitleid ist immer Mist,
weil es niemals hilfreich ist. 

So, für heute habt Ihr es geschafft. Selbstbetrachtungen sind immer ein wenig anstrengend, zumindest, wenn sie ehrlich sind. Aber sie sind immer auch hilfreich … zumindest, wenn sie ehrlich sind. Und denkt immer dran: Ehrlichkeit und Selbstmitleid sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge 🙂

Genug der nachdenklichen Lyrik (falls es welche ist): Nächsten Sonntag gibt‘s HighLife mit Hosen-runter! Erotische Träume hat ja jeder mal … in wievielen davon das Wort „Fahrradschlampe“ vorkommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber um Befürchtungen vorzubeugen: Emmerich bleibt jugendfrei und das Gedicht endet weit vor der vielleicht (vielleicht!) spannendsten Stelle. Wer weiß schon, wohin Träume führen? … … Doch das ist noch immer nicht alles (ich fühl mich, wie auf irgend so einem Verkaufssender): Da das Traumgedicht nur sehr kurz ist, gibt es auch beim nächsten Mal zwei Gedichte! Wir betrachten zusätzlich eine von Emmerichs vier Lieblingsjahreszeiten etwas genauer: Den Frühling! Das passt doch irgendwie alles ganz gut zusammen.


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